Von „mal eben streichen“ bis zum perfekten Anstrich

Maler streicht Farbrolle am Rollgitter über einem Farbeimer ab, vorbereitet für den Anstrich

Von „mal eben streichen“ bis zum perfekten Anstrich

 

Über diesen Beitrag

 

Dieser Ratgeber basiert auf unseren Erfahrungen aus der täglichen Handwerkspraxis. Als Handwerksbetrieb aus Lübeck begleiten wir bei ImmoRepair seit einigen Jahren Eigentümer, Hausverwaltungen, Vermieter und Mieter bei Renovierungen, Sanierungen und Malerarbeiten – vom kleinen Ausbesserungsauftrag bis zur kompletten Wohnungsrenovierung.

Unser Ziel ist es, unser Fachwissen verständlich weiterzugeben – ohne großen Schnickschnack und ohne komplizierte Fachbegriffe, sondern ehrlich, praxisnah und leicht verständlich. Dieser Beitrag dient lediglich der ersten Orientierung. Da jedes Objekt andere Voraussetzungen mitbringt, lässt sich eine verlässliche Vorgehensweise wie auch eine Kalkulation erst nach einem persönlichen Gespräch und einer Besichtigung vor Ort erstellen.

Wir sind ein eingetragener Handwerksbetrieb und Mitglied der Handwerkskammer Lübeck. Wenn Sie Fragen zu Ihrem Malerprojekt haben, beraten wir Sie gerne persönlich und finden gemeinsam die passende Lösung für Ihr Projekt.

„Mal eben die Wand streichen? Dat machen wa selbst – da brauchen wir doch keinen Fachmann für!“

 

Hand aufs Herz, wer kennt diese Aussage nicht? 😉

 

Auch wir von ImmoRepair wissen selbstverständlich um diesen weit verbreiteten Gedanken, dass man für Malerarbeiten genauso wenig einen Fachmann benötigt, wie man für den Aufbau von Möbel einen Fachmann braucht. Bis man plötzlich 17 Schrauben, drei Bretter und eine Aufbauanleitung in der Hand hält und sich fragt, warum das Ding vorher eigentlich so einfach aussah.

 

„Und spätestens wenn die Wand am Ende ein bisschen mehr nach moderner Kunst als nach sauberem Anstrich aussieht, weiß man wieder ganz genau, warum es Maler gibt.“ 😉

 

Denn Malerarbeiten sind längst nicht nur die Frage, ob eine Wand weiß, grau oder bunt werden soll.

Welche Farbe verwendet wird, ist mindestens genauso wichtig wie die Frage, was sich darunter befindet.

 

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen als Malerbetrieb aus Lübeck verständlich und ohne unnötiges Fachchinesisch, welche Möglichkeiten es bei Malerarbeiten gibt, worin sich Dispersionsfarbe, Silikatfarbe, Latexfarbe, Reinacrylat und Spezialfarben unterscheiden und welche Vorteile die einzelnen Beschichtungen bieten.

 

Außerdem zeigen wir, wann Grundieren oder Spachteln sinnvoll ist, worauf es beim Untergrund ankommt und welche Farbe zu welchem Einsatzbereich passt.

Denn am Ende gilt:

 

Nicht die teuerste oder vermeintlich beste Farbe ist automatisch die richtige – sondern die, die zum Untergrund, zur Nutzung und zum gewünschten Ergebnis passt.

 

 Am Anfang klingt alles ziemlich unkompliziert:

Farbe kaufen, Rolle nehmen, einmal drüber – fertig.

Und dann stellt man fest:

  • Die Wand hat kleine Risse.
  • Die alte Farbe blättert an einer Stelle ab.
  • Alte Bohrlöcher und Dübellöcher sind überall verteilt.
  • Hier und da sieht man noch Flecken oder Verfärbungen.
  • Die alte Tapete wurde nicht überall sauber entfernt.
  • An manchen Stellen hält die neue Farbe einfach nicht richtig.
  • Die Wand wurde mehrfach überstrichen und hat dadurch eine ganz eigene „Geschichte“ bekommen.
  • Und an einer Stelle ist die Oberfläche so stark saugend, dass die Farbe regelrecht verschwindet.

Spätestens jetzt merkt man: Malerarbeiten sind eben doch ein bisschen mehr als nur Farbe an die Wand zu bringen.

1. Malerarbeiten – mehr als einfach Farbe auf die Wand

Wenn von Malerarbeiten gesprochen wird, denken viele zunächst an Farbeimer, Rolle und Pinsel.

Das gehört natürlich dazu.

Aber eben nicht nur.

Denn bevor die erste Farbrolle überhaupt zum Einsatz kommt, gibt es häufig noch einiges zu erledigen.

 

Je nach Zustand der Fläche und gewünschtem Ergebnis können beispielsweise dazugehören:

  • alte Anstriche überarbeiten
  • Tapeten entfernen
  • Bohrlöcher verschließen
  •  Risse und kleinere Schäden ausbessern
  • Wände und Decken spachteln
  • Oberflächen schleifen
  • Untergründe grundieren
  • Wände und Decken streichen
  •  einzelne Flächen farblich gestalten
  • Türen und Zargen lackieren
  • Heizkörper und Heizungsrohre beschichten
  • Holzoberflächen streichen oder lasieren

Und genau hier liegt ein Punkt, den viele erst feststellen, wenn sie selbst einmal angefangen haben. Die eigentliche Farbe ist häufig gar nicht das größte Thema.

Die Vorbereitung macht den Unterschied.

 

Denn selbst die beste Farbe kann einen schlecht vorbereiteten Untergrund nicht dauerhaft schön machen.

Oder etwas einfacher gesagt:

 

Wenn unter der Farbe Chaos herrscht, wird es durch einen neuen Anstrich leider nicht automatisch ordentlich. 😉

 

2. Der Untergrund – hier entscheidet sich schon ziemlich viel

Bevor die erste Farbrolle an die Wand kommt, sollte man sich anschauen, was dort eigentlich vorhanden ist.

Denn eine Wand kann im Laufe der Jahre einiges erlebt haben.

Vielleicht wurde sie schon mehrfach gestrichen, vielleicht hing dort einmal ein riesiges Regal

oder ein Fernseher.

 

Auf einer kleinen Stelle sieht vieles noch harmlos aus.

Auf einer komplett gestrichenen Wand sieht man plötzlich jedes Detail.

Vor allem dann, wenn später die Sonne schön flach durch das Fenster scheint.

 

Die Sonne ist ein ziemlich ehrlicher Mitarbeiter, die jede Unebenheit findet. 😉

 

Deshalb sollte vor dem Streichen zunächst geprüft werden:

Ist der Untergrund überhaupt bereit für einen neuen Anstrich?

Wenn nicht, können zunächst Reinigungs-, Spachtel-, Schleif- oder Grundierarbeiten erforderlich sein.

 

Und genau hier zeigt sich später der Unterschied zwischen einer Wand, die einfach nur „frisch gestrichen“ wurde, und einer Oberfläche, die wirklich sauber und hochwertig aussieht.

 

3. Grundieren – muss das wirklich sein?

Kurz beantwortet: Nein, nicht immer. Eine Grundierung ist sinnvoll bei stark saugenden, sandenden oder unterschiedlich saugenden Untergründen – etwa neuem Putz, Gipskarton oder unebenen Spachtelflächen. Sie reguliert die Saugfähigkeit, damit die Farbe gleichmäßig aufgetragen werden kann. Bei normalen, intakten Untergründen ist sie dagegen meist nicht nötig.

 

Die kurze Antwort:

 

Nicht immer.

 

Eine Grundierung ist kein Pflichtprogramm, das automatisch vor jedem Anstrich auf die Wand gehört.

Bei stark saugenden, sandenden oder unterschiedlich saugenden Untergründen kann sie jedoch sehr sinnvoll sein.

 

Das kennt vielleicht der eine oder andere:

Man rollt die erste Bahn und denkt:

„Komisch, die Farbe verschwindet ja schneller, als ich sie draufbekomme.“

 

Gerade bei neuen oder stark saugenden Untergründen kann eine passende Grundierung deshalb helfen, die Fläche gleichmäßiger vorzubereiten.

Das kann beispielsweise bei folgenden Flächen der Fall sein:

  • neuem Putz
  • Gipskarton
  • stark saugenden Spachtelflächen
  • sandenden Untergründen
  • unterschiedlich saugenden Wandflächen

Eine passende Grundierung kann dazu beitragen, die Saugfähigkeit zu regulieren und die nachfolgende Beschichtung gleichmäßiger verarbeiten zu können.

 

Oder anders gesagt:

 

Man grundiert nicht, weil es schick aussieht, sondern weil der Untergrund es braucht.

Farbeimer mit aufgesetzten Farbtöpfen und ausgebreitetem Farbfächer, daneben Farbrolle, Pinsel und Malerklebeband

4. Farbe ist nicht gleich Farbe

Jetzt wird es interessant.

Denn wer im Baumarkt einfach nur „gute weiße Farbe“ kaufen möchte, merkt ziemlich schnell: So einfach ist das gar nicht.

Da stehen:

  • Dispersionsfarben
  • Silikatfarben
  • Latexfarben
  • Reinacrylate
  • Spezialfarben

Dazu:

  • matt
  • seidenmatt
  • hochdeckend
  • besonders strapazierfähig
  • scheuerbeständig
  • Und natürlich ungefähr 37 verschiedene Weißtöne

Spätestens hier kommt dann häufig der Gedanke:

„Ich wollte doch eigentlich nur die Wand streichen.“

Aber keine Sorge:

Man muss kein Malermeister sein, um die wichtigsten

Unterschiede zu verstehen.

5. Dispersionsfarbe – der vielseitige Klassiker

Die Dispersionsfarbe ist wahrscheinlich die bekannteste Innenfarbe.

Sie ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für zahlreiche normale Wohn- und Arbeitsbereiche.

Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise:

  • Wohnzimmer
  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Büros
  • Flure
  • Decken
  • allgemeine Wohnbereiche

Ein großer Vorteil ist die große Auswahl an Produkten und Farbtönen.

Allerdings sollte man auch hier genauer hinschauen.

Denn:

 

Dispersionsfarbe ist nicht gleich Dispersionsfarbe.

 

Unterschiede gibt es beispielsweise bei:

  • Deckkraft
  • Ergiebigkeit
  • Verarbeitung
  • Oberflächenbild
  • Nassabriebbeständigkeit

Eine hochwertige Farbe kann deshalb einen deutlich anderen Eindruck hinterlassen als ein sehr einfaches Produkt.

Der günstigste Farbeimer ist also nicht automatisch die günstigste Lösung.

Wenn dafür anschließend zweimal mehr gestrichen werden muss, wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen schnell eine kleine Geduldsprobe.

 

Und spätestens beim dritten Anstrich fragt man sich dann, ob die Wand eigentlich irgendwann auch mal fertig werden möchte. 😉

 

6. Silikatfarbe – mineralisch und diffusionsoffen

Silikatfarben funktionieren etwas anders als klassische Dispersionsfarben.

Sie sind insbesondere für geeignete mineralische Untergründe interessant und verbinden sich mit diesen.

 

Eine wichtige Eigenschaft ist ihre hohe Wasserdampfdurchlässigkeit.

Dadurch können sie bei entsprechenden mineralischen Baukonstruktionen interessant sein.

Typische Einsatzbereiche können sein:

  • mineralische Putze
  • mineralisches Mauerwerk
  • geeignete Innenflächen
  • bestimmte Fassaden

Allerdings sollte Silikatfarbe nicht einfach auf jeden beliebigen Untergrund gestrichen werden, denn eine gute Farbe ist nur dann eine gute Lösung, wenn sie auch zum Untergrund passt.

 

„Nicht jede Farbe fühlt sich auf jeder Wand gleich wohl.

Und manchmal ist genau das der Punkt, den man vor dem ersten Pinselstrich klären sollte.“

 

7. Latexfarbe – wenn die Wand etwas aushalten muss

Hier wird es praktisch.

Denn es gibt Räume, da reicht es nicht, wenn eine Wand einfach nur gut aussieht.

Sie sollte auch etwas aushalten können.

 

Flure, Treppenhäuser, Küchen, Kinderzimmer oder stark genutzte Gewerberäume sind gute Beispiele.

Denn irgendwo findet sich fast immer eine Hand, ein Schuh, ein Möbelstück oder irgendein Gegenstand, der genau an der frisch gestrichenen Wand entlangschrammt.

 

Und natürlich immer genau dort, wo man gerade fertig geworden ist. 😉

 

Moderne Latexfarben sind in der Regel besonders widerstandsfähige Dispersionsbeschichtungen und nicht einfach mit den klassischen Latexfarben vergangener Zeiten gleichzusetzen. Ein wichtiger Punkt ist die Nassabriebbeständigkeit.

Gerade in stark genutzten Bereichen kann eine robuste Oberfläche deshalb sinnvoll sein.

 

8. Reinacrylat – wenn draußen ordentlich was los ist

Bei Außenflächen muss eine Beschichtung deutlich mehr aushalten als im Wohnzimmer.

Sonne, Regen, Frost, Hitze und Temperaturschwankungen gehören dort zum ganz normalen Alltag.

 

Reinacrylatbeschichtungen können – abhängig vom jeweiligen Produkt und Untergrund – beispielsweise durch gute Witterungs- und UV-Beständigkeit, Farbtonstabilität und Widerstandsfähigkeit punkten.

 

Interessant können sie unter anderem für sein:

  • Fassaden
  • Außenwände
  • Fenster und Türen
  • geeignete Holzbauteile
  • bestimmte Metallflächen

Eine Fassade hat nun einmal keinen Regenschirm.

Die muss mit dem Wetter klarkommen, ob sie möchte oder nicht. 😉

 

Reinacrylat kann hier – abhängig vom konkreten Produkt und Untergrund – eine leistungsfähige Lösung darstellen.

 

 

9. Spezialfarben – wenn normale Farbe nicht mehr reicht

Und dann gibt es diese Fälle, bei denen man zunächst denkt:

„Das Streichen wir einfach über.“

 

Bei bestimmten Flecken funktioniert das allerdings nicht dauerhaft.

Nikotin, Ruß oder bestimmte Wasserflecken können nach einem normalen Anstrich wieder sichtbar werden.

 

Man hat dann eine wunderschön weiße Wand – und ein paar Tage später schaut der alte Fleck wieder freundlich um die Ecke.

Fast so, als würde er sagen:

 

„Na, habt ihr mich vermisst?“ 😉

 

Hier können geeignete Isolier- und Absperrbeschichtungen eingesetzt werden.

Wichtig ist allerdings:

 

„Eine Farbe kann die Ursache eines Schadens nicht beseitigen.“

 

Bei einem Wasserfleck muss deshalb zunächst geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt, sonst streicht man im schlimmsten Fall immer wieder über dasselbe Problem.

Und der Fleck denkt sich wahrscheinlich irgendwann:

 

„Na gut, dann sehen wir uns nächste Woche wieder.“ 😉

 

Auch für bestimmte Bereiche mit erhöhter Luftfeuchtigkeit gibt es geeignete Beschichtungen. Hier sprechen wir von einer Feuchtraumbeschichtung.

 

Eingesetzt wird diese Beispielsweise bei Flächen in:

  • Badezimmern
  • Küchen
  • Waschräumen

Dabei muss allerdings zwischen erhöhter Luftfeuchtigkeit und direkter Wasserbelastung unterschieden werden.

Eine Badezimmerwand ist schließlich noch lange keine Dusche.

 

 

10. Deckkraft – einmal streichen oder doch eine Ehrenrunde?

Die Deckkraft einer Farbe spielt eine wichtige Rolle.

Eine hochwertige, gut deckende Farbe kann bei einem geeigneten Untergrund bereits nach einem Anstrich ein sehr gleichmäßiges Ergebnis erzielen.

Bei weniger deckenden Produkten können dagegen mehrere Anstriche erforderlich sein.

Besonders spannend wird das beim Überstreichen kräftiger Farbtöne.

 

„Eine dunkelblaue Wand beispielsweise hat manchmal eine ziemlich klare Meinung dazu, ob sie jetzt plötzlich weiß werden möchte.“

 

Mit der richtigen Vorbereitung und Beschichtung funktioniert das natürlich.

Aber nicht unbedingt beim ersten Anstrich.

 

Deshalb sollte man beim Preisvergleich immer auch berücksichtigen:

Wie viel Material und Arbeitszeit werden tatsächlich benötigt?

 

Denn ein günstiger Farbeimer bringt nicht viel, wenn am Ende drei statt zwei Anstriche notwendig sind.

 

11. Nassabrieb – oder: Was passiert, wenn die Wand mal dreckig wird?

Eine Wand im Schlafzimmer wird normalerweise anders beansprucht als die Wand eines Treppenhauses.

Deshalb ist die Nassabriebbeständigkeit insbesondere bei stark genutzten Bereichen interessant.

 

Genormt ist das in der DIN EN 13300, die Innenfarben in fünf Nassabriebklassen einteilt – Klasse 1 steht für die höchste, Klasse 5 für die geringste Beständigkeit.

 

Sie beschreibt vereinfacht, wie widerstandsfähig eine Oberfläche beim Reinigen ist.

Das kann beispielsweise bei folgenden Bereichen eine Rolle spielen:

  • Flure
  • Treppenhäuser
  • Küchen
  • Kinderzimmer
  • Gewerberäume

Denn irgendwann passiert es fast immer:

Eine frisch gestrichene Wand und eine schmutzige Hand lernen sich kennen.

 

Und natürlich genau dann, wenn man gerade mit dem Streichen fertig geworden ist.

 

 

12. Matt, seidenmatt oder glänzend?

Kurz beantwortet: Matte Oberflächen wirken ruhig und kaschieren Unebenheiten am besten. Seidenmatt kombiniert eine lebendigere Optik mit guter Reinigungsfähigkeit. Glänzende Farben reflektieren stärker und eignen sich als Gestaltungselement, zeigen dafür aber auch Unebenheiten der Wand deutlich sichtbarer als matte Varianten.

 

Auch der Glanzgrad beeinflusst das spätere Erscheinungsbild.

 

Matt

Matte Oberflächen wirken ruhig, modern und zurückhaltend.

Sie sind besonders beliebt, wenn eine möglichst gleichmäßige und unaufdringliche Wandfläche gewünscht wird.

 

Seidenmatt

Seidenmatte Oberflächen wirken etwas lebendiger und können – abhängig vom Produkt – eine gute Kombination aus Optik und Reinigungsfähigkeit bieten.

 

Glänzend

Glänzende Oberflächen reflektieren stärker und können gezielt als Gestaltungselement eingesetzt werden.

Allerdings gilt:

Je stärker eine Oberfläche glänzt, desto deutlicher können Unebenheiten sichtbar werden.

Die Sonne ist dabei übrigens ein ziemlich gnadenloser Qualitätsprüfer.

Die findet wirklich alles.

 

Auch das kleine Ding, das man beim Spachteln eigentlich gar nicht gesehen hat. 😉

 

 

13. Weiß ist nicht gleich Weiß

Auch Weiß hat mehr zu bieten, als man zunächst denkt.

Es gibt:

  • warme Weißtöne
  • neutrale Weißtöne
  • kühle Weißtöne
  • gebrochene Weißtöne
  • besonders klare Weißtöne

Auf einer kleinen Farbkarte wirkt der Unterschied manchmal kaum bemerkbar.

Auf einer kompletten Wandfläche kann er dagegen deutlich sichtbar sein.

 

Dabei muss es gar nicht immer nur Weiß sein.

Mit Farben lassen sich Räume gezielt gestalten.

 

Bereits eine einzelne farbige Wand kann einen erstaunlich großen Unterschied machen.

 

 

14. Farbe als Gestaltungsmittel – warum eigentlich immer nur vier weiße Wände?

Eine Akzentwand kann einen Raum komplett verändern.

Auch Nischen, Decken oder einzelne Bauteile können farblich hervorgehoben werden.

Mögliche Gestaltungsmöglichkeiten sind beispielsweise:

  • Akzentwände
  • farbige Nischen
  • zweifarbige Wände
  • farbige Decken
  • abgesetzte Wandflächen
  • geometrische Gestaltungen
  • farblich hervorgehobene Bauteile

Dabei sollten Raumgröße, Licht, Einrichtung und persönlicher Geschmack perfekt zusammenspielen.

Denn:

 

„Was auf dem kleinen Farbfächer fantastisch aussieht, kann auf 20 Quadratmetern plötzlich etwas mehr Selbstbewusstsein entwickeln als geplant. 😉

 

Gerade kräftige Farben können einen Raum völlig verändern.

Deshalb lohnt es sich, vor der endgültigen Entscheidung auch die Lichtverhältnisse und die vorhandene Einrichtung zu berücksichtigen.

 

 

15. Spachtelarbeiten – wenn die Oberfläche richtig hochwertig werden soll

Wenn eine besonders glatte und hochwertige Oberfläche gewünscht ist, führt häufig kein Weg an entsprechenden Spachtelarbeiten vorbei.

Denn Farbe kann kleine optische Unterschiede kaschieren.

Sie kann aber keine tiefen Unebenheiten wegzaubern.

Je nach Anforderungen können deshalb:

  • Bohrlöcher geschlossen
  • Risse bearbeitet
  • Unebenheiten ausgeglichen
  • Übergänge geglättet
  • komplette Wandflächen gespachtelt und geschliffen werden.

Für unterschiedliche Qualitätsanforderungen gibt es verschiedene Oberflächenqualitäten – von einfachen Standardflächen bis hin zu hochwertigen Oberflächen der Qualitätsstufen Q3 und Q4.

Unser Ratgeber: Wände verputzen und spachteln: Welche Faktoren beeinflussen den Preis bei Q1 bis Q4 wirklich?

 

Je höher die gewünschte Qualität, desto größer ist normalerweise auch der Aufwand.

Gerade bei starkem Streiflicht zeigt sich später sehr deutlich, wie sauber der Untergrund vorbereitet wurde.

 

Denn:

Eine Wand kann im normalen Tageslicht ziemlich glatt aussehen – bis die Sonne beschließt, einmal ganz genau hinzuschauen. 😉

 

 

16. Rolle, Pinsel oder Spritzverfahren?

Kurz beantwortet: Für die meisten normalen Innenräume sind Rolle und Pinsel nach wie vor die klassische Wahl. Ein Spritzverfahren kann bei größeren, geeigneten Flächen Vorteile bringen – gleichmäßigeres Oberflächenbild, schnellere Bearbeitung. Weniger Vorbereitung bedeutet das aber nicht: Alles, was keine Farbe bekommen soll, muss trotzdem sorgfältig abgedeckt werden.

 

Auch beim eigentlichen Auftrag gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Für viele normale Innenräume sind Rolle und Pinsel nach wie vor die klassischen Werkzeuge.

Bei größeren und geeigneten Flächen kann dagegen ein Spritzverfahren interessant sein.

Vorteile können sein:

  • gleichmäßiges Oberflächenbild
  • schnelle Bearbeitung größerer Flächen
  • effiziente Verarbeitung bei geeigneten Objekten

Aber auch hier gilt:

Spritzen spart nicht automatisch Vorbereitung.

Im Gegenteil.

Alles, was keine Farbe bekommen soll, muss sorgfältig geschützt werden.

 

Farbe hat leider noch keine eingebaute Navigation.

Sie findet nicht automatisch die Wand und meidet den frisch verlegten Boden.

 

Deshalb gehören Abdeck- und Schutzarbeiten auch bei einem effizienten Spritzverfahren dazu.

 

 

17. Innenfarbe oder Fassadenfarbe?

Kurz beantwortet: Nein, Innen- und Fassadenfarbe sind nicht austauschbar. Eine Fassade ist deutlich stärkeren Belastungen ausgesetzt – Regen, UV-Strahlung, Frost, Hitze und Temperaturschwankungen – und braucht deshalb speziell dafür entwickelte Beschichtungssysteme wie Silikat- oder Reinacrylatfarben. Normale Innenfarbe hält diesen Belastungen im Außenbereich dauerhaft nicht stand.

 

Diese beiden Bereiche sollte man nicht miteinander verwechseln.

Eine Fassade ist deutlich stärkeren Belastungen ausgesetzt als eine normale Innenwand:

  • Regen
  • UV-Strahlung
  • Frost
  • Hitze
  • Temperaturschwankungen
  • Verschmutzungen

Deshalb werden im Außenbereich speziell dafür entwickelte Beschichtungssysteme eingesetzt.

 

Je nach Untergrund und Anforderungen können beispielsweise Silikat-, Reinacrylat- oder andere geeignete Fassadenbeschichtungen infrage kommen.

Denn eine Innenfarbe hat draußen ungefähr so viel verloren wie ein Wintermantel am Strand.

Beides hat seinen Einsatzbereich – und genau darauf kommt es an.

 

 

18. Was kostet ein guter Anstrich?

Kurz beantwortet: Einen pauschalen Quadratmeterpreis gibt es nicht – der Preis hängt vor allem von der Flächengröße, dem Zustand des Untergrunds, nötigen Vorarbeiten, der Anzahl der Anstriche und der gewünschten Oberflächenqualität ab. Wichtiger als der reine m²-Preis ist deshalb, was im Angebot enthalten ist: Wird gespachtelt, geschliffen und grundiert, und wie viele Anstriche sind eingeplant?

 

Hier wird es schwierig mit einer pauschalen Antwort.

Denn der Aufwand hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Größe der Fläche
  • Zustand des Untergrundes
  • notwendige Vorarbeiten
  • Anzahl der Anstriche
  • gewünschte Oberflächenqualität
  • gewähltes Beschichtungssystem
  • Möblierung
  • Zugänglichkeit
  • Schutz- und Abdeckarbeiten

Deshalb sollte man Angebote nicht nur nach dem Quadratmeterpreis beurteilen.

Viel wichtiger ist:

  • Was ist tatsächlich enthalten?
  • Wird gespachtelt?
  • Wird geschliffen?
  • Wird grundiert?
  • Wie viele Anstriche sind vorgesehen?
  • Welche Farbe wird verwendet?

Denn ein günstiger Preis kann schnell anders aussehen, wenn am Ende mehrere zusätzliche Arbeitsgänge notwendig werden.

Oder anders gesagt:

 

Ein günstiger Farbeimer macht noch keinen günstigen Anstrich.

 

 

19. Welche Farbe brauche ich nun?

Keine Angst – man muss nicht alle Farbtypen auswendig lernen.

Für die erste Einschätzung helfen bereits fünf Fragen:

1. Wie sieht der Untergrund aus?

Ist er mineralisch, saugend, kreidend, glatt oder beschädigt?

2. Was befindet sich bereits auf der Wand?

Alte Farbe, Tapete, Spachtelmasse oder mehrere alte Beschichtungen?

3. Wie wird der Raum genutzt?

Schlafzimmer, Wohnzimmer, Kinderzimmer, Flur oder Treppenhaus?

4. Wie stark wird die Oberfläche beansprucht?

Muss sie besonders robust und gut zu reinigen sein?

5. Wie soll die Oberfläche am Ende aussehen?

Matt, seidenmatt, farbig, besonders glatt oder einfach sauber und ordentlich?

20. So gehen wir von ImmoRepair bei Malerarbeiten vor

Bei einer professionellen Ausführung steht deshalb nicht zuerst die Frage:

„Welche Farbe sollen wir nehmen?“

Sondern:

 

„Was haben wir hier eigentlich vor uns?“

Der erste Schritt ist die Beurteilung des vorhandenen Untergrundes.

Anschließend wird festgelegt, welche Vorarbeiten erforderlich sind.

Dazu können je nach Zustand beispielsweise gehören:

  • Untergrund prüfen
  • Reinigen
  • Ausbessern
  • Spachteln
  •  Schleifen
  • Grundieren
  • Beschichten
  • Kontrollieren

Erst wenn diese Punkte zusammenpassen, wird aus einem einfachen Anstrich eine dauerhaft saubere Lösung.

 

Denn am Ende soll die Wand nicht nur heute gut aussehen.

Sie soll auch nach einigen Wochen und Monaten noch genau das tun.

21. Besonders interessant bei Wohnungen und Mieterwechseln

Gerade bei Mietwohnungen in Lübeck und der Region oder einem anstehenden Mieterwechsel müssen Malerarbeiten häufig schnell, sauber und wirtschaftlich ausgeführt werden.

Dabei geht es nicht immer darum, eine komplette Wohnung aufwendig zu renovieren.

Oft ist entscheidend:

  • Welche Flächen müssen tatsächlich überarbeitet werden?
  • Welche Beschichtung ist vorhanden?
  • Sind Schäden vorhanden?
  • Muss gespachtelt werden?
  • Reicht ein Anstrich?
  • Welche Bereiche sind besonders beansprucht?
  • Welche Oberflächenqualität wird benötigt?

Eine vernünftige Einschätzung vor Beginn der Arbeiten kann deshalb Zeit und Kosten sparen.

Gerade bei einem Mieterwechsel zählt schließlich nicht nur das Ergebnis.

Es soll am besten gestern fertig gewesen sein, heute gut aussehen und möglichst wenig Aufwand verursachen.

 

Ganz so schnell geht es leider nicht immer. 😉

Aber mit einer guten Vorbereitung lässt sich vieles deutlich besser planen.

 

 

22. Häufige Fragen rund um Malerarbeiten

Muss vor jedem Streichen grundiert werden?

Nein. Ob eine Grundierung erforderlich und sinnvoll ist, hängt vom Zustand und der Saugfähigkeit des Untergrundes ab.

 

Ist teure Farbe automatisch besser?

Nein. Entscheidend ist, ob das Produkt zum Untergrund und zur gewünschten Nutzung passt.

 

Ist Latexfarbe besser als Dispersionsfarbe?

Nicht grundsätzlich. Robuste Latexbeschichtungen können bei hoher Beanspruchung Vorteile haben. Für einen normalen Wohnraum kann eine hochwertige Dispersionsfarbe vollkommen ausreichend sein.

 

Kann ich jede Wand mit Silikatfarbe streichen?

Nein. Der Untergrund muss für die jeweilige Silikatbeschichtung geeignet sein.

 

Kann man Wasserflecken einfach überstreichen?

Nicht dauerhaft sinnvoll, wenn die Ursache der Feuchtigkeit noch vorhanden ist. Zuerst sollte die Ursache geklärt und behoben werden.

 

Was ist besser: Rolle oder Spritzen?

Das hängt vom Objekt, der Fläche und den Bedingungen ab. Für größere geeignete Flächen kann Spritzen Vorteile haben, bei vielen Renovierungen ist die klassische Verarbeitung mit Rolle und Pinsel jedoch sinnvoll.

 

Muss eine Wand vor dem Streichen gespachtelt werden?

Nicht immer. Wenn eine besonders hochwertige und glatte Oberfläche gewünscht wird oder der Untergrund Unebenheiten aufweist, können Spachtelarbeiten jedoch erforderlich sein.

 

 

Fazit – den einen richtigen Anstrich gibt es nicht

Malerarbeiten sind deutlich vielseitiger, als man zunächst denkt.

Es geht nicht einfach darum, irgendeine Farbe auf irgendeine Wand zu bringen.

 

Der Untergrund, die Nutzung, die gewünschte Optik und die Anforderungen an die Oberfläche müssen zusammenpassen.

 

  • Dispersionsfarbe ist der vielseitige Klassiker für viele Innenräume.
  • Silikatfarbe kann auf geeigneten mineralischen Untergründen ihre Stärken ausspielen.
  • Robuste Latexbeschichtungen sind interessant, wenn Wände einiges aushalten müssen.
  • Reinacrylatbeschichtungen können insbesondere bei anspruchsvollen Außenflächen punkten.
  • Spezialfarben kommen dann zum Einsatz, wenn eine normale Beschichtung schlicht nicht ausreicht.

Am Ende gibt es deshalb nicht „die beste Farbe“.

 

Es gibt nur:

 

Die richtige Farbe für den richtigen Untergrund und den richtigen Einsatzbereich.

Und genau das ist eigentlich die gute Nachricht.

 

Sie müssen nicht wissen, welche Farbe, Grundierung oder Beschichtung Ihre Wand braucht.

Dafür gibt es Menschenwie uns von ImmoRepair, die sich beruflich damit beschäftigen. 😉

 

Denn ein guter Anstrich beginnt nicht beim Öffnen des Farbeimers.

Er beginnt mit einem Blick auf den Untergrund, einer vernünftigen Vorbereitung und der passenden Lösung.

 

Und wenn am Ende jemand durch den Raum geht und sagt:

 

„Sieht gut aus – irgendwie sieht die Wand jetzt einfach wieder neu aus.“

 

Dann hat der Anstrich genau das erreicht, was er sollte.

 

Und wenn man dabei nicht einmal mehr erkennt, wie viel Arbeit eigentlich darin gesteckt hat, wurde wahrscheinlich ziemlich viel richtig gemacht. 😉

 

immorepair-logo

ImmoRepair in Lübeck und der Region – Mitglied der Handwerkskammer Lübeck

Als eingetragenes Mitglied der Handwerkskammer Lübeck garantieren wir von Immorepair eine
fachgerechte Ausführung von Malerarbeiten. Unsere angebotenen Leistungen
beziehen sich auf Eigentümer, Mieter, Vermieter und Hausverwaltungen. Mit unserem Sitz in der
Stadt Lübeck, bieten wir unsere handwerklichen Dienstleistungen in einem 75 Kilometer weiten
Umkreis an – unter anderem in Bad Schwartau, Stockelsdorf, Travemünde und Ratzeburg.

log-der-handwerksbetriebe

Leave a Comment